Einigkeit und Recht und Freiheit Ist das noch aktuell?

Gespräch mit Carlos A. Gebauer


Ort:                               Weyermann Saal im Bürgerhaus Leichlingen,  Am Hammer 10, 42799 Leichlingen
Zeit:                              18:45 - 21:15
Kostenbeitrag:              8,50 €

In einer Zeit, in der über Nationalhymnen gestritten und die Besetzung höchster Richterposten „neu gedacht“ wird, steht die Frage auf der Tagesordnung welche Bedeutung Einigkeit, Recht und Freiheit historisch hatten und heute noch haben.

Wir hatten mit Carlos Gebauer, einen außergewöhnlich eindrucksvollen Mann eingeladen, einen Leuchtturm libertärer Ideale, um uns seine Sicht auf den Zustand des deutschen Rechtsstaats zu geben.

Er ist Jurist (Fachanwalt für Medizinrecht) mit einer ausgeprägt musischen Ader, ungemein gebildet und darüber hinaus mit einer Energie gesegnet, die ihm erlaubt im ganzen Land Vorträge zu unterschiedlichsten Themen zu halten. In den Corona Jahren hat er standhaft und unbeirrt für die Freiheit des Einzelnen und die Bedeutung des Rechtsstaats gestritten. Sein Engagement in der Hayek Gesellschaft und seine Schriften und Beiträge u.a. im Kontrafunk sind Beleg für seine Überzeugungen. Er formuliert seine Gedanken mit hellem Sachverstand, garniert mit breitem Allgemeinwissen, verpackt  in einer heute nur noch selten zu findenden eleganten Sprache und bringt sie mit seiner markanten und charmanten Stimme rüber. Wir haben ihn darüber hinaus als unkomplizierten Mann kennengelernt, der sogar auf eine Entlohnung für den heutigen Abend verzichtet hat. Vielen Dank dafür.

Zu unserer großen Freude besuchten ca. 40 Gäste die Veranstaltung. Wir erlebten einen Carlos Gebauer, der mit seiner Frau gekommen war, in großer Form. 

Er schlug einen großen historischen Bogen vom römischen Recht über das Mittelalter, das erste und zweite Deutsche Reich bis hin zu aktuellen Situation. Danach wurde die Nationalhymne für die deutschen Kaiser komponiert und betonte ursprünglich die Einigkeit mit den Deutschen Kaiser. Herr Gebauer zeigte auch die Gründe der Annahme der Hymne durch Friedrich Ebert in der Weimarer Republik auf und erwähnte die Perversion bzw. den Missbrauch der Nationalhymne durch die Nazis.

Neben der historischen Rückschau betonte er auch die Bedeutung des Rechtsstaats für die Freiheit des Einzelnen und dass die aktuellen politischen Entscheidungen, soweit sie auf einen zentral geplanten bzw. gelenkten Staat hinauslaufen, letztlich zu kollektivistischen Strukturen und dem Scheitern des Landes führen müssen.


Nach dem eigentlichen Vortrag stellte sich der Referent geduldig und einfühlsam zahlreichen Fragen. Die Fragesteller zeigten in vielen Varianten ihre Sorgen und Nöte bzgl. der aktuellen Situation in Deutschland auf. Seine Antworten beschworen immer wieder die Bedeutung der individuellen Tuns, der freien Rede und des unerschrockenen Nutzen der Grundrechte, speziell des Rechts frei zu sprechen. Er zeigte sich überzeugt, dass die Gerichte und das Rechtswesen - bei allen architektonischen Fehlern, früher oder später die Kraft aufbringen werden, der Gerechtigkeit und Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen.

Den Zweifeln vieler Fragestellern hielt er immer wieder Bespiele und seine Überzeugung gegenüber. So nannte er das jüngste Beispiel des höchstrichterlichen Urteils zum ÖRR, die Neubesetzung des BVG als Voraussetzung zur Neuentscheidung des Klimabeschlusses des BVG als Beispiele für Gründe seines Optimismus.  Schließlich verwies er auch auf die Bibel, hier speziell auf den Turmbau zu Babel, als Beleg dafür, dass die Realität, speziell die Naturgewalten, menschgemachten Strukturen beenden werden, die auf reiner Ideologie und Gefühlen statt auf Fakten aufgebaut sind.

Carlos Gebauer hat in diesem Sinne einen ganzen Abend gegeben, um mit uns zu sprechen und damit das Land ein ganz klein wenig in die (aus seiner Sicht) richtige Richtung zu bewegen.